Berufsbeschreibung

Anlagenmechanikerin für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik

DÜRFEN WIR VORSTELLEN?

Das ist Anna Rebholz. Sie ist 17 Jahre alt und macht gerade eine Ausbildung zur Anlagenmechanikerin für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. Sie ist am Ende des 1. Lehrjahres und legt nächstes Jahr die Zwischenprüfung ab.

STECKBRIEF

Ausbildungsdauer: 3 1/2 Jahre, 3 Jahre (mit Mittlerer Reife), 2 ½ Jahre (bei Abitur)

Ausbildungsorte: Betrieb, Berufsschule, Innung zu praxisorientierten Kursen

Abschluss: Gesellenbrief

Voraussetzungen: mindestens Hauptschulabschluss und handwerkliches Geschick

Interesse an Mathe, Physik und Werken

Ausbildungsentgelt:

  • 1.Lehrjahr: 700 Euro
  • 2.Lehrjahr: 730 Euro
  • 3.Lehrjahr: 760 Euro
  • 4.Lehrjahr: 800 Euro

Weiterbildungsmöglichkeiten:
Meisterbrief/Selbstständigkeit, staatl. geprüfter Techniker, Energieberater, Studium Energie- und Gebäudetechnik

Wir haben Anna ein paar Fragen gestellt:

Das stimmt. In der Berufsschule bin ich überwiegend mit Jungs in einer Klasse. Ich finde aber, dass man als Frau diesen Beruf auch sehr gut ausüben kann. Bei der Planung von neuen Bädern zum Beispiel kann ich meine Kreativität und mein Gespür für Farbe und Design gut einbringen. Das macht mir total Spaß. Ich fühle mich von meinem Chef und den Kollegen voll akzeptiert und ich werde sehr unterstützt.

Ich bin am Ende des 1. Ausbildungsjahres. Nächstes Jahr habe ich Zwischenprüfung. Die Ausbildung dauert normalerweise dreieinhalb Jahre. Wenn man aber den Mittleren Bildungsabschluss oder Abitur hat, kann man sogar auf drei bzw. zweieinhalb Jahre verkürzen. Danach gibt es für mich total viele Möglichkeiten. Ich kann den Meister machen und im Anschluss meinen eigenen Betrieb eröffnen. Wäre schon toll, wenn ich dann meine eigene Chefin wäre. Mein Ausbilder hat mir erzählt, dass in den nächsten Jahren sehr viele Betriebsinhaber in Rente gehen, da hätte ich dann die Chance einen Betrieb mit Kundenstamm zu übernehmen. Außerdem kann ich die Technikerschule besuchen, ein Studium aufnehmen und mich zur Energieberaterin oder SHK-Kundendiensttechnikerin weiterbilden.

Ich wollte einen Beruf erlernen, in dem ich handwerklich arbeiten kann aber auch mit Kunden in Kontakt bin. Ich wollte viele Bereiche kennenlernen und mir war wichtig, dass ich einen abwechslungsreichen Beruf ergreife. Jeder Tag als Anlagenmechanikerin SHK ist anders. An einem Tag erneuere ich ein Bad, am anderen Tag modernisiere ich eine Heizung oder helfe mit, ein Solarpanel am Dach zu verlegen.

Den Beruf Anlagenmechaniker SHK gibt es seit 2003. Damals wurden drei Berufe zusammengefasst: Gas- und Wasserinstallateur, Zentralheizungs- und Lüftungsbauer und Anlagenmechaniker Fachrichtung Versorgungstechnik. Deshalb ist unser Beruf so umfangreich und man lernt viele unterschiedliche Arbeitsfelder kennen. Ich habe die Möglichkeit, mich auf vier Handlungsfelder zu spezialisieren: Wassertechnik, Wärmetechnik, Luft- und Umwelttechnik. In der Ausbildung lernt man natürlich alle vier Bereiche. Das macht es ziemlich abwechslungsreich. Jeder Tag ist anders und langweilig wird’s mir nie.

Mein Arbeitstag beginnt um 7 Uhr mit einer Mitarbeiterbesprechung in unserer Betriebswerkstatt. Wir klären, was an dem Tag für Aufträge anstehen und verladen unser Material und Werkzeug in unseren Transporter. Danach geht’s ab auf die Baustelle oder zum Kunden. Je nach Kundenauftrag fallen unterschiedliche Aufgaben an. Die Abwechslung finde ich besonders toll. An einem Tag bin ich bei der Neu-Installation eines Wellness-Bades dabei, ein andermal warten wir eine Heizungsanlage. Ich habe schon gelernt, wie man ein Waschbecken montiert und anschließt. Auch das Verlegen einer Fußboden-Heizung wurde mir schon gezeigt.

Die Zeit in der Berufsschule ist immer eine tolle Abwechslung zur betrieblichen Arbeit. Dort lerne ich ergänzend zum Betrieb alles, was ich in der Praxis brauche, um dann nach der Ausbildung selbständige Projekte planen und durchführen zu können oder im Kundendienst zu arbeiten.

Meine Ausbildung mache ich in einem mittelständischen Betrieb hier in München. Wir sind insgesamt zu fünft. Mein Chef, zwei festangestellte Monteure, ein weiterer Azubi und ich. Die Stimmung ist super und total offen. Von Anfang an wurde ich in alle Tätigkeiten eingebunden und durfte vieles auch gleich mal selbst probieren. Dadurch lerne ich sehr viel aus der Praxis. Durch das kleine Team bekommt man schnell einen Überblick. Mein Chef und die Monteure stehen mir für meine Fragen zur Verfügung. Ich fühl mich dort echt wohl und die Kollegen akzeptieren mich voll und ganz.

Vor allen Dingen ist es wichtig, dass man handwerkliches Geschick und Interesse für technische Abläufe mitbringt. Wenn man zudem noch gut in Mathe ist, dann wird man in der Berufsschule keine Probleme haben. Wichtig ist aber auch, dass man höflich und zuvorkommend auftritt. Schließlich haben wir sehr viel Kontakt mit Kunden und diese wollen auch gut beraten werden.

Tagesablauf Spengler

DÜRFEN WIR VORSTELLEN?

Das ist Andreas Hofer, 21 Jahre alt und jetzt im vierten Ausbildungsjahr zum Spengler. Er macht seine Ausbildung in einer Spenglerei in München. Nächstes Jahr ist er mit der Ausbildung fertig und hat große Pläne: Er möchte die Meisterschule besuchen und sich danach selbständig machen. Auch ein Studium an der FH Rosenheim im Fach Gebäudetechnologie, Fachrichtung Gebäudehülle, findet er eine gute Idee.

STECKBRIEF

Ausbildungsdauer: 3 1/2 Jahre, 3 Jahre (mit Mittlerer Reife), 2 ½ Jahre (bei Abitur)

Ausbildungsorte: Betrieb, Berufsschule, Innung zu praxisorientierten Kursen

Abschluss: Gesellenbrief

Voraussetzungen: mindestens Hauptschulabschluss und handwerkliches Geschick

Interesse an Mathe, Physik und Werken

Ausbildungsentgelt:

  • 1.Lehrjahr: 700 Euro
  • 2.Lehrjahr: 730 Euro
  • 3.Lehrjahr: 760 Euro
  • 4.Lehrjahr: 800 Euro

Weiterbildungsmöglichkeiten:
Meisterbrief/Selbstständigkeit, Studium Energie- und Gebäudetechnologie (Fachrichtung Gebäudehülle), Betriebswirt des Handwerks

Wir haben Andreas einen Tag auf die Baustelle begleitet!

Wie jeden Morgen besprechen mein Chef, die Gesellen und alle Azubis was anfällt und die Aufgaben werden verteilt. Später werde ich auf eine Baustelle fahren, wo ich mich um die Fensterbleche eines neuen Hauses kümmern soll. Das Material, das ich dafür brauche, muss aber erst noch vorbereitet werden. In der Werkstatt nehme ich mir den Konstruktionsplan des Hauses zur Hand, schaue mir die Maße der Fensterbleche an und übertrage sie dann auf das Blech

Das Blech wird jetzt mit der Schlagschere geschnitten. So nennt man die Werkzeugmaschine zum Schneiden von Blechtafeln. Nachdem ich das Blech aufgelegt und die Maße eingestellt habe, fixiere ich das Blech mit der Feststellschraube. So kann nichts mehr verrutschen.

Die fertigen Bleche bearbeite ich danach mit der Abkantbank. Ich lege das Blech so auf die Abkantbank, dass die vorher abgemessene Kante gebogen werden kann. Nachdem ich den passenden Winkel eingestellt habe, biegt die Maschine nun auf Knopfdruck das Blech nach oben – eine Kante entsteht.

Jetzt habe ich mir erstmal 30 Minuten Mittagspause verdient.

Die Bleche für die Baustelle bringe ich nun in unser Auto. Manche lade ich auf das Dach und befestige sie gut, damit sie beim Transport nicht beschädigt werden. Habe ich alle Werkzeuge dabei, die ich auf der Baustelle brauche? Ich überprüfe das lieber nochmal. Ich brauche Feilen, Scheren, Sägen, Hämmer, Lötkolben und Akkuschrauber. Auf geht’s jetzt zusammen mit einem Gesellen auf die Baustelle. Dort werden gerade neue Wohnhäuser gebaut.

Für morgen ist das Befestigen der Regenrinnen am ersten Haus geplant. Hierfür sind noch einige Vorarbeiten zu erledigen. Die Zimmerer haben bereits die Traufbohle angebracht. So nennt man das Brett, an dem später die Rinnen befestigt werden. Mit der Richtschnur, die ich über die gesamte Länge des Bretts spanne, kann ich leichter in Abständen von 80 cm eine Markierung machen. Danach muss der Ablauf einer bereits montierten Rinne ermittelt werden. Wieder sehe ich im Bauplan nach und erkenne, dass es eine Rinne mit Gefälle auf der linken Seite ist. Passend dazu biege ich das Blech in die entsprechende Richtung. Morgen werden dort die Ablauftrichter gefertigt.

Die Fensterbank montiere ich mit einer leichten Schräge, sodass das Regenwasser besser abfließen kann. Das Blech schraube ich an einem Anschlussprofil unterhalb des Fensters fest. Nun müssen die Fensterlaibungen gefertigt werden. So werden die inneren Mauerflächen an den Seiten einer Fensteröffnung genannt. Um diese mit Metallplatten zu verkleiden, schneide ich wieder das passende Metall mit der Blechschere vor Ort zurecht. Nachdem ich noch Dichtband auf die Laibungen geklebt habe, kann ich die Metallplatten festschreiben. Nachdem wir von der Baustelle wieder zurück in die Werkstatt gefahren sind und ich meine Stundenabrechnung für den heutigen Tag beim Chef abgegeben habe, kann ich in den Feierabend starten.

Ofen- und Luftheizungsbauer

DÜRFEN WIR VORSTELLEN?

Das ist Stefan Bauer. Er ist 21 Jahre alt und macht derzeit eine Ausbildung zum Ofen-und Luftheizungsbauer in einem Betrieb im Landkreis München. Er ist im 2. Ausbildungsjahr und hat gerade seine Zwischenprüfung abgelegt. Nach der Ausbildung möchte er erstmal als Geselle arbeiten und kann sich vorstellen, danach den Meister zu machen, um dann selbst Azubis auszubilden.

STECKBRIEF

Ausbildungsdauer: 3 1/2 Jahre, 3 Jahre (mit Mittlerer Reife), 2 ½ Jahre (bei Abitur)

Ausbildungsorte: Betrieb, Berufsschule, Innung zu praxisorientierten Kursen

Abschluss: Gesellenbrief

Voraussetzungen: mindestens Hauptschulabschluss und handwerkliches Geschick

Interesse an Mathe, Physik und Werken

Ausbildungsentgelt:

  • 1.Lehrjahr: 620 Euro
  • 2.Lehrjahr: 698 Euro
  • 3.Lehrjahr: 775 Euro

Weiterbildungsmöglichkeiten:
Meisterbrief/Selbstständigkeit, staatl. geprüfter Techniker, Energieberater, Studium

Stefan hat uns ein paar Fragen zu seiner Ausbildung beantwortet:

Das Element Feuer hat mich schon immer fasziniert. Die Wärme, die bei einem Kachelofen entsteht, ist schon etwas besonders. Außerdem wollte ich einen Beruf erlernen, bei dem ich mit den Händen etwas erschaffe. Am Ende des Tages, weiß ich, was ich geleistet habe, wenn ich mir „mein Kunstwerk“ ansehe.

Als Ofen- und Luftheizungsbauer plane und baue ich verschiedene Feuerstätten ganz individuell nach den Wünschen meiner Kunden. Dabei muss sowohl der optimale Standort gefunden sowie die geeignete Technik und ggf. Elektronik installiert werden.

Mein Tag beginnt morgens mit einer kurzen Besprechung, welche Aufgaben am Tag anfallen. Momentan bauen wir gerade einen Heizkamin in einem Privathaus. Danach beladen wir unseren Firmenwagen mit Material Werkzeugen. Und dann geht’s los auf die Baustelle.

Ja, ich lerne in der Ausbildung, was ich beachten muss, um einen Ofen zu planen und zu bauen. Von der Erstellung der Baupläne bis zur Fertigstellung im Haus oder in der Wohnung. Ich bin nicht nur auf der Baustelle, sondern habe auch engen Kontakt zu unseren Kunden. Ich arbeite also nicht nur handwerklich, sondern führe auch Beratungsgespräche.

Ein Kamin entsteht immer mit dem Aufstellen des Heizeinsatzes. Ist dieser montiert, schneide ich Platten zu, die auf dem Stahlgestell befestigt werden. Mit einer Nassschneidemaschine bearbeite ich die Schamottsteine. Diese feuerfesten Steine werden mit Mörtel am Ofen angebracht und dieser damit verkleidet. Danach kann der Ofen verputzt werden. Bei der Gestaltung der sogenannten Blende, das Äußere des Ofens, können wir unseren Kunden kreative Vorschläge machen. Hier sind der Fantasie oft keine Grenzen gesetzt; jeder Ofen ist ein Einzelstück. Darauf bin ich besonders stolz.

Künstlerische und handwerkliche Begabung ist genauso wichtig wie Kreativität, Stilgefühl und viele Ideen. Gute Mathekenntnisse sollte man auch mitbringen, schließlich müssen einige Berechnungen durchgeführt werden. Wenn man zudem noch gerne selbständig arbeitet und gerne mit Menschen umgeht, ist man top geeignet.

Wir lernen alles über Materialkunde, über Warmluftheizungen, Heizkamine, Grund- und Backöfen. Wie werden welche Anlagen aufgebaut? Worauf ist bei Aufbau und Installation zu achten? Und was beim Brandschutz?

Die Ausbildung dauert normalerweise drei Jahre, kann jedoch um ein halbes bis ein Jahr verkürzt werden, wenn man die Mittlere Reife bzw. Abitur hat. Was ich danach machen möchte? Ich bin mir noch nicht so ganz sicher. Es stehen viele Wege offen. Vielleicht bilde ich mich zum Ofen- und Luftheizungsbauermeister weiter und eröffne meinen eigenen Betrieb. Oder ich gehe auf die Techniker-Schule. Mit dem Abi in der Tasche kann man danach auch noch studieren.

Schaut Euch den Beruf mal in einem ein- bis zweiwöchigen Praktikum an. Bei der Innung gibt es immer wieder die Möglichkeit, bei Mitgliedsbetrieben eine Schnupperwoche zu machen.