Verkehrspolitik: Medien greifen Not der Münchner Handwerksbetriebe am Beispiel des Betriebs unseres Obermeisters auf

“Der letzte seiner Art?: Vertriebene Handwerker in der Großstadt” hat der Bayerische Rundfunk in seiner Sendung „quer“, die Not der Münchner Handwerksbetriebe aufgegriffen. Viele Handwerker, die in den Münchner Stadtvierteln ihre Betriebe haben, werden aufgrund der „Mobilitätswende“ und der Gentrifizierung mehr und mehr ins Umland verdrängt. Auch die Süddeutsche Zeitung, die tz und die Abendzeitung haben am Beispiel des Betriebs unseres Obermeisters Olaf Zimmermann das Thema aufgegriffen und darüber berichtet.

Insbesondere die Mobilitätswende der Stadt München, die zum Ziel hat, den Verkehr in der Stadt zu reduzieren, die Parkplatzzahlen im Zentrumsbereich zu verringern, etc. wird zwangsläufig dazu führen, dass Handwerksbetriebe ihren Standort in der Stadt aufgeben müssen. Dies wird jedoch Folgen haben. Und am Ende wird das Geschrei groß sein, wenn es zu wenig Betriebe gibt bzw. zu lange auf die Handwerksbetriebe gewartet werden muss, um den Sanierungsstau aufzulösen oder gar notwendige bzw. sinnvolle Maßnahmen der Energiewende zu forcieren.

Ralf Suhre, Geschäftsführer: „Bereits beim letzten Austausch von Münchner Innungen, der HWK für München und Oberbayern und dem Referat für Arbeit und Wirtschaft der Landeshauptstadt haben wir die zeitnahe Einberufung eines runden Tischs von Politik, Handwerk und anderen notwendigen Interessenvertretern gefordert, um über die Verkehrssituation in der Stadt München zu sprechen. Unsere Initiative wird von den beim Treffen anwesenden Innungen unterstützt. Das Referat für Arbeit und Wirtschaft stimmte dem zu und ist nun mit der HWK aufgefordert, ein Treffen zu organisieren.“

Obermeister Olaf Zimmermann und Geschäftsführer Ralf Suhre betonten bei dem Austausch, dass es so scheint, dass die Stadtpolitik eine Mobilitätswende herbeisehnt, dabei aber jegliches Konzept vermissen lässt und die Interessen des Handwerks in all ihren Überlegungen nicht berücksichtigt. Etwas nervös wurden die Vertreter der Stadt als sie mit zahlreichen Beispielen aus der Praxis konfrontiert wurden: Auftraggeber, die etwaige Strafzettel der Handwerker im Rahmen des Vertrages 1:1 zahlen und ermutigen, sich von Strafen und Ordnungswidrigkeiten nicht abschrecken zu lassen; Handwerksbetriebe, die Aufträge innerhalb des Altstadtrings bzw. des mittleren Rings konsequent ablehnen, selbst bei Notdiensteinsätzen; Desinteresse bei öffentlichen Ausschreibungen für städtische Bauvorhaben – das kann nicht im Sinne der Münchner Stadtpolitik sein. Antworten blieb Baumgärtner der Runde noch schuldig, räumte aber ein, dass es nicht sein kann, dass die Handwerksbetriebe nur noch mit dem Rad oder zu Fuß zum Einsatzort gelangen können oder vorher beim KVR einen Passierschein für ihr Auto beantragen müssen, um einen Notdiensteinsatz (z. B. Wasserrohschaden) durchführen zu können.

Der Vorstand hat sich darauf verständigt, dass die Interessen unserer Betriebe gegenüber der Landeshauptstadt München mit Vehemenz vertreten werden müssen. Parallel dazu sollten aber auch wir – die Innung – Konzepte überlegen bzw. Lösungsvorschläge erarbeiten, wie wir mit einer sich verändernden Verkehrspolitik umgehen können.